Vielleicht kennt ihr das Lied Ich bin ein Kind von Gott. Es ist ein Lied, das wir öfter in der Kirche singen, vor allem die jüngeren Kinder. Aber auch uns Erwachsenen ist es nicht fremd. In letzter Zeit habe ich immer mal wieder an das Lied gedacht. Darin geht es darum, dass wir alle – du genauso wie ich – ein Kind von Gott sind und mit einem Sinn und Zweck hier auf die Erde gekommen sind. Unser Leben ist von Bedeutung. Wir alle haben eine Aufgabe.

Die Aussagen, von denen wir hier singen, haben mir immer schon gut gefallen.

Liedtext Ich bin ein Kind von Gott

Vor ein paar Jahren kannte ich jemanden, der dieses Lied besonders gern hatte: eine junge Frau aus Belgien, mit der ich ein paar Monate zusammenarbeitete. Sie war immer witzig, sehr intelligent, immer sehr laut und einfach sie selbst. Ein Unikat. Sie liebte dieses Lied, aber sie sang statt der ersten Zeile – Ich bin ein Kind von Gott –  immer etwas anderes. Sie änderte die Zeile ab zu: „Ich bin das LIEBLINGSkind von Gott”.

Dieser Satz ist mir seitdem im Gedächtnis geblieben. Ich habe oft an das gedacht, was sie gesungen hat, und erst vor Kurzem wurde mir plötzlich klar, dass sie völlig falsch lag. Sie ist nämlich gar nicht das Lieblingskind von Gott! Ich bin das!

Ich bin eindeutig das Lieblingskind von Gott! Es muss einfach so sein.

Wahrscheinlich könnte ich das jetzt einfach so stehen lassen. Irgendwie ist ja alles gesagt – aber vielleicht sollte ich das nicht.

Was ist mit dir? Bist du ein Kind von Gott?

Nun ja, es ist zwar nun einmal so, dass ich das Lieblingskind von Gott bin, und ich stehe zwar in der Pole-Position, aber ich bin da nicht ganz alleine. Wenn ich mich nämlich umschaue, sehe ich da auch dich. Ergibt das irgendwie Sinn?

Ein Sprecher, den ich ganz besonders mag, ist Dieter F. Uchtdorf – ein ehemaliger Lufthansa-Pilot. Vor ein paar Jahren hat er einmal genau darüber gesprochen – er sprach über mich. Na gut. Er sprach auch über dich. Darüber, dass jeder einzelne von uns quasi das Lieblingskind von Gott ist. Und wir sind nicht nur ein Kind von Gott, nicht einmal nur ein Lieblingskind, sondern wirklich DAS Lieblingskind von Gott. Vielleicht ist es schwierig, sich das vorzustellen. Aber wir sind so unglaublich wertvoll in den Augen Gottes. Uchtdorf sagt:„Für den Menschen klingt [es] wie ein Widerspruch: Verglichen mit Gott ist der Mensch nichts, und doch bedeuten wir Gott alles… Er weiß, dass der wahre Wert eines Menschen wenig mit dem zu tun hat, was in der Welt hoch angesehen wird.” (GK 10/2011)

Zitat Dieter F Uchtdorf Gott

Kommen wir noch einmal zurück zum Thema, dass ich DAS Lieblingskind von Gott bin. Darüber sollten wir noch etwas ausführlicher sprechen. Dass ich das Lieblingskind bin, war mir nämlich nicht immer klar.

Wir werden älter und werden erwachsen und jeder von uns macht dabei ganz andere Erfahrungen. Gute Erfahrungen und auch schlechte Erfahrungen – manchmal machen wir dabei vielleicht hauptsächlich gute oder hauptsächlich schlechte Erfahrungen – tagelang, wochenlang, monate- oder jahrelang. Und wir lassen zu, dass diese Erfahrungen uns definieren. Manchmal führt das dazu, dass wir uns wertlos fühlen, nutzlos oder einfach allgemein irgendetwas-los – und damit nicht genug. Es hat einen Einfluss darauf, wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten, wie wir mit ihnen sprechen, wie wir sie behandeln – und auch andersherum: wie sie sich in unserer Nähe verhalten, wie sie uns behandeln und wie sie mit uns sprechen. Manche dieser Erfahrungen führen dazu, dass wir uns sehr klein vorkommen.

Dieses Gefühl hatte ich schon oft. Und manchmal kam es mir so vor, als ob es einfach nicht mehr weggehen würde.

Gott sorgt für seine Kinder

Und was geschah dann? In gewisser Weise war es Gott, was dann geschah. Ich bemerkte irgendwann, dass er real ist und dass er tatsächlich für mich da ist. Und dass ich ihm wirklich wichtig bin.

Als ich betete, hat ER mir tatsächlich ZUGEHÖRT und mir sogar GEANTWORTET. MIR – dem kleinen, unwichtigen, irgendwie winzigen Menschlein. Er hat mir Menschen zur Seite gestellt, er hat mich Schriftstellen finden lassen, hat dafür gesorgt, dass ich etwas las, was genau für mich geschrieben worden war; manchmal hat er über das Radio zu mir gesprochen oder hat jemand anderen dazu gebracht, etwas im Internet für mich zu finden, was ich genau in diesem Moment brauchte, mir Mut machte oder mich aufbaute. Durch diese Erfahrungen bemerkte ich, dass Gott wirklich mit mir kommunizierte. Nicht mit einer Stimme, die ich mit meinen Ohren hören konnte. Aber gehört habe ich ihn trotzdem, die Botschaft, die er mir sandte.

Je mehr von diesen Erfahrungen ich machte, desto besser begriff ich, dass er wirklich da ist und dass ICH ihm wirklich wichtig bin – und deswegen kann es gar nicht anders sein, als dass ich sein LIEBLINGSkind sein MUSS.

Im Laufe der Zeit habe ich aber auch herausgefunden, dass es da noch andere gibt, auf die er genauso zugeht und mit denen er auf gleiche Art und Weise arbeitet.

Wir können das alle herausfinden. Du kannst das auch. Du bist ein Kind von Gott – ein Lieblingskind. Gott liebt dich genauso wie mich, und auch wenn es mir doch etwas schwerfällt, es zuzugeben: Er will auch mit dir sprechen und nicht nur mit mir und er will uns allen beiden helfen. Er kann das – dir und mir seine volle Aufmerksamkeit geben, sogar zur gleichen Zeit. Er wartet darauf – wartet darauf, dass ich mich ihm zuwende, dass du dich ihm zuwendest. Ich bin so froh darüber, dass ich es getan habe, weil ich sonst so Vieles verpasst hätte. Deswegen bist du jetzt an der Reihe. Versuch es doch einfach. Er wartet wirklich!

Die oben erwähnte Ansprache von Dieter F. Uchtdorf könnt ihr euch in voller Länge hier anschauen:

Warum brauche ich Jesus?

Wer war Jesus von Nazareth?